| Das Bodeneffektfahrzeug Hoverwing |
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Die Versuchsanstalt für
Binnenschiffbau (VBD, jetzt DST), An-Institut der Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg, bearbeitet
gemeinsam mit Fischer Flugmechanik Das Vorhaben Technische Entwicklung
von Bodeneffektfahrzeugen (TEBEF). Dieses Forschungsvorhaben wird
vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (bmb+f)
gefördert. Im Rahmen der Entwicklungsarbeiten hat das DST
u.a. den Bau des zweisitzigen
Versuchsträgers Hoverwing übernommen. Die Erprobungen im Jahre 1997
verliefen erfolgreich - nach dem Erstflug am 7. Mai 1997 auf dem Baldeneysee wurden die
Flugversuche vor der Insel Rügen und auf dem Ijsselmeer fortgesetzt und das
Leistungspotential des Gerätes nachgewiesen. Weitere Versuche wurden 1998 und auch 1999
in Holland durchgeführt.
Was ist der Bodeneffekt ?
Ein Flugzeug erfährt bei konstanter Geschwindigkeit unabhängig von der Flughöhe annähernd konstanten Auftrieb. Bei Annäherung an den Boden - ab einem Bereich von etwa einer Flügelspannweite - steigt der Auftrieb bei abnehmender Flughöhe stetig an. Da der Widerstand annähernd konstant bleibt, vergrößert sich die Gleitzahl, die als Verhältnis von Auftrieb zu Widerstand gebildet wird. Dadurch wird in letzter Konsequenz die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeuges verbessert, indem bei gleicher Geschwindigkeit eine höhere Zuladung als bei einem frei fliegenden Flugzeug befördert werden kann.
Technische Besonderheiten des Hoverwing
Die
Bodeneffekttechnologie wird seit einigen Jahrzehnten entwickelt (z.B. die russischen
Ekranoplans), wobei das Problem in der Überwindung des Wasserwiderstandes während der
Startphase liegt. Aufgrund der Tatsache, daß das Medium Wasser ca. 800 mal dichter ist
als das Medium Luft, ist für das Beschleunigen bis hin zur Abwassergeschwindigkeit ein um
den Faktor 2-3 höherer Leistungsbedarf als zur Aufrechterhaltung der Flugphase
erforderlich. Diese Problematik verhinderte bisher einen wirtschaftlichen Einsatz
wassergebundener Bodeneffektgeräte.
Beim Hoverwing wurde durch den Partner "Fischer Flugmechanik" ein Konzept zur Verringerung des Abwasserwiderstandes entwickelt. Es handelt sich um einen Katamaran, bei dem sich zwischen den Rümpfen ein statischen Luftkissen befindet, wie es von den sogenannten Surface-Effect-Schiffen (SES) bekannt ist. Die Luft zum Aufbau des Drucks wird durch einen Abzweig aus dem Propellerstrahl entnommen. Durch dieses Luftkissen wird ca. 80% des Gesamtgewichtes getragen, so daß durch die geringere Belastung des Schwimmwerks auch der Wasserwiderstand deutlich reduziert wird. Bei Erreichen einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h für den Versuchsträger wird der aerodynamische Auftrieb der mit speziellen Profilen ausgestatteten Flügel so groß, daß sich das Fahrzeug vollständig aus dem Wasser hebt und mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 120 km/h "fliegt".
Das Fahrzeug gilt als ein Schiff, da es wegen der limitierten Leistung nur im Bodeneffekt betrieben werden kann. Dies hat zur Folge, daß im Gegensatz zu Flugzeugen erhebliche Erleichterungen bei der Wahl der Materialien, der Bauweise und der Zulassung bestehen - ein weiterer positiver Aspekt, da die Herstellungskosten deutlich geringer als bei Flugzeugen gehalten werden können.
Ausblick
Der vorhandene 2-Sitzer ist ein reines Versuchsfahrzeug, um diese neue Technologie zu untersuchen und weiter zu entwickeln. Wirtschaftliche Einsatzgrößen sind Bodeneffektgeräte mit 8, 15, 30 bis hin zu 80 Sitzen, je nach Einsatzzweck und Fahrtgebiet. Die große Version des Hoverwing ist mit einer Reisegeschwindigkeit von 180 km/h deutlich schneller als ein vergleichbares Schiff, aber erheblich preiswerter als ein Flugzeug ähnlicher Größenordnung. Diese Marktnische, nämlich schneller und preiswerter Personentransport, kann in dieser Art von keinem vorhandenen Transportmittel abgedeckt werden, wodurch sich für die Hoverwing-Technologie gute Wettbewerbschancen ergeben.
Pressenotiz
(Binnenschiffahrt März 2000)![]() |
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Foto: A. Gronarz |
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| "2 Asse und ein König" - deutsche High-Tech als
Background für Fernsehfilm
Anfang Februar wurde vom ZDF ein
Dreiteiler ausgestrahlt, in dem Heinz Hoenig, Heiner Lauterbach sowie der kürzlich
verstorbene Martin Benrath die Hauptrollen spielten. In dieser Mischung aus Krimi,
Familiendrama und Liebesgeschichte hatte einer der "2 Asse" einen Stauflügler
entwickelt. Diesen Flieger gibt es wirklich: Erfunden von Hanno Fischer, gebaut von der Versuchsanstalt für Binnenschiffbau Duisburg und gefördert vom bmb+f wurde das Bodeneffektgerät "Hoverwing" in den letzten Jahren getestet und über 2000 km problemlos geflogen. |