Am DST kann nun am Hafen der Zukunft geforscht werden

Nicht zuletzt wegen seiner exzellenten Infrastruktur und seiner hohen Effizienz hat Deutschland seit Langem den Titel des Logistikweltmeisters inne. Nordrhein-Westfalen gilt in Deutschland mit seinem dichten Netz an Autobahnen, Schienenverbindungen, Wasserstraßen und Binnenhäfen als das Logistikland Nummer eins.

Um diese Position weiter zu halten und weiter auszubauen, fördert das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium die Einrichtung und Inbetriebnahme des Versuchszentrums für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien, welches das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. zusammen mit dem Lehrstuhl für Mechatronik der Universität Duisburg-Essen (UDE) aufbauen wird. Dort sollen technologische Innovationen im Umfeld der Binnenschifffahrt und der Hafenlogistik zielgerichtet von der Grundlagenforschung bis zum Nachweis der technischen Machbarkeit entwickelt und in Lösungen und Prototypen überführt werden.

„Duisburg ist als Hafen-, Logistik- und Binnenschifffahrtsstandort bekannt – nicht nur  für die hiesige Industrie, sondern auch für die seit Jahren herausragende Forschungsarbeit auf diesen Gebieten. Dies wird auch vom Land gewürdigt und tatkräftig unterstützt“, freut sich Cyril Alias, Leiter des Fachbereichs Logistik & Verkehr am DST, der die Idee zum neuen Versuchszentrum entwickelte und das Infrastrukturprojekt nun leitet.

HaFoLa wird über eine Versuchshalle, in der die Topografie eines Hafens samt Hafenbecken, Kaimauer, Umschlaggeräte, Schiffsmodelle und Container abgebildet wird sowie ein Experimentierlabor für zukünftige Digitalisierungsprojekte verfügen. Die neue Forschungsinfrastruktur soll Forschung auf allen Bereichen – vom Anlegen und Festmachen des Schiffs über den Güterumschlag und den Kranbetrieb bis zum Management von Hafenressourcen – ermöglichen.

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HaFoLa wird auf dem Grundstück des DST gebaut und aus einer Versuchshalle und einem Testlabor bestehen. ©

Zum mechatronischen Entwicklungsportfolio werden die Möglichkeiten zunehmender Automatisierung, des maschinellen Lernens, cyberphysischer Systeme und der Industrie 4.0 im Kontext der Hafen- und Umschlagprozesse spielen. Prof. Dr.-Ing. Dieter Schramm, Inhaber des Lehrstuhls für Mechatronik an der UDE, sieht große Potenziale in der schrittweisen Automatisierung des Hafens: „Um die Effizienz und Leistungsfähigkeit der deutschen Häfen weiter zu erhöhen, führt kein Weg daran vorbei.“

Auch der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst zeigte sich erfreut ob der zukunftsgerichteten Bemühungen in Duisburg und übergab dem Konsortium den Förderbescheid persönlich . „Die Mobilität der Zukunft ist digital, vernetzt und automatisiert. Wir wollen, dass die Mobilität 4.0 nicht nur in Nordrhein-Westfalen erforscht, entwickelt und getestet, sondern auch hier produziert und frühzeitig angewendet wird“, so Minister Hendrik Wüst. „Deshalb schaffen wir in Duisburg optimale Bedingungen für die Entwicklung der autonomen Binnenschifffahrt und fördern das Projekt Hafenforschungslabor.“

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NRW-Verkehrsminister Wüst übergibt dem HaFoLa-Konsortium den Förderbescheid. © VM.NRW / Mark Hermenau

HaFoLa steht keineswegs als Einzelmaßnahme da: Bereits im vergangenen Jahr wurde das Versuchs- und Leitungszentrum für Autonome Binnenschiffe (VeLABi) gefördert. „Mit den neuen Versuchszentren VeLABi und HaFoLa stehen wesentliche Facetten zur ganzheitlichen Entwicklung des vollautomatisierten Schiffsbetriebs bereit“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bettar Ould El Moctar, Wissenschaftlicher Direktor des DST und Experte für Schiffs- und Offshoretechnik. Minister Wüst nahm VeLABi bei seinem Besuch im DST ebenfalls in Augenschein. VeLABi wird am 22. Oktober 2020 im Beisein von Vertretern des Verkehrsministeriums offiziell eröffnet.

 
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Bei seinem Besuch im VeLABi erprobt NRW-Verkehrsminister Wüst den digitalen Kartentisch. © DST / Cyril Alias

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NRW-Verkehrsminister Wüst nimmt den Steuerstand im VeLABi-Simulator in Augenschein. © VM.NRW / Mark Hermenau

 

Weitere Informationen:

Cyril Alias
Fachbereichsleitung Logistik & Verkehr
DST – Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V.
Tel.: 0203 / 99 369 52
E-Mail: alias@dst-org.de